In unserem Biokohle-FAQ finden Sie die häufigsten Fragen zum Thema Biokohle bzw. Pflanzenkohle, die wir Ihnen gerne beantworten. Sollte Ihre Frage nicht dabei sein, fragen Sie uns gerne direkt!

Pflanzenkohle ist ein reiner Naturstoff, welcher durch die thermische Karbonisierung (Pyrolyse) von Biomasse wie unbehandeltem Holz, Hecken- oder Grünschnitt sowie anderer Rest-Biomassen z. B. aus der Lebensmittelindustrie entsteht. Durch ihre poröse Struktur und ihre gewaltige innere Oberfläche kann sie Wasser und Nährstoffe speichern und Schadstoffe binden. Zudem bleibt rund die Hälfte des Kohlenstoffs des Ausgangsmaterials in ihr langfristig gebunden. Diese Eigenschaften machen sie zu einem wahren Alleskönner, der in der Landwirtschaft, Industrie, für Gewässer und Klimaschutz, in Kommunen und beim Gebäudebau eine wichtige Rolle spielen kann.

Hier ein unterhaltsames Erklärvideo des Fachverbands Pflanzenkohle e. V.

Pflanzenkohle entsteht durch ein Verfahren, das Pyrolyse genannt wird. Dabei wird die Biomasse bei hohen Temperaturen, in der Regel zwischen 400 und 750 °C, seltener bis 900 °C, und unter weitgehendem Ausschluss von Luftsauerstoff thermisch behandelt. Das kann in großem Maßstab in industriellen Großanlagen geschehen, wobei hier auch noch die entstehenden Gase und die Wärme genutzt werden können. Pflanzenkohle kann aber auch selbst bzw. im heimischen Garten in einer Bodengrube oder einem Kon-Tiki, einem trichterförmigen Metallbehälter, hergestellt werden.

Pflanzenkohle an sich ist kein Dünger oder Nährstoff, sondern ein Trägermittel. Nicht aktiviert in den Boden eingebracht, würde sie zumindest in der Anfangszeit mehr Schaden als Nützen. Die im Boden enthaltenen Nährstoffe und das Wasser würden von der Pflanzenkohle aufgesaugt und in der Kohle gebunden werden. Um ihre bodenverbessernden Eigenschaften erlangen zu können, muss sie zunächst physikalisch mit Nährstoffen aufgeladen, also aktiviert werden.

Pflanzenkohle, die zuvor als Futtermittel oder Einstreuzusatz verwendet wurde, lädt sich automatisch durch Viehmist auf. Darüber hinaus kann Pflanzenkohle durch schichtweises Einarbeiten in den Kompost oder z. B. durch die Zugabe von Flüssigdünger (z. B. EM-Mischung, Brennnesseljauche oder Bokashi) aktiviert werden.

Tipp

Einen Würfel Hefe zerbröseln und zusammen mit 500 g Zucker oder Melasse in 6 Liter lauwarmem Wasser auflösen. Mit dieser Mischung kann man wahre Wunder bei der Kompostbeschleunigung erzielen. Wenn Sie diese Mischung jetzt noch mit Pflanzenkohle vermischen, haben Sie für Ihre Pflanzen einen echten Langzeit- und Depotdünger hergestellt.

Pflanzenkohle als Ergänzung zum Futtermittel ist ein altbewährtes Hausmittel bei Störungen des Verdauungstraktes. Die Darmflora (das natürliche mikrobiologische Gleichgewicht im Darm) wird wieder hergestellt. Dadurch steigt automatisch das Wohlbefinden des Tieres, es wird ausgeglichener und vitaler. Futtermittel sind ergiebiger und das Wachstum wird beschleunigt. Durch die verbesserte Verdauung sinkt zudem der Methanausstoß. Untersuchungen unabhängiger Institutionen belegen außerdem, dass der Bedarf an Medikamenten wie Antibiotika deutlich reduziert wird. Durchfallerkrankungen von Kälbern und Ferkel gehen merklich zurück.

  • Verbesserung der Verdauung
  • Entgiftet und hemmt Entzündungen
  • Futter kann besser vom Tier verwertet werden
  • Kostenvorteil durch höhere Futtereffizienz und besseres Wachstum
  • Stärkung des Immunsystems

Ein Liter Pflanzenkohle in der Einstreu kann bis zu 5 Liter Urin aufsaugen. Durch diese Eigenschaft lässt sich das Stallklima bereits nach kürzester Zeit um ein Vielfaches verbessern. Die Ausbreitung von Ammoniak wird verhindert, welches ohne Pflanzenkohle innerhalb weniger Stunden aus dem Urin entweicht. Ammoniak ist über die Geruchsbelästigung hinaus gesundheitsschädigend: Es greift Schleimhäute und Atmungsorgane an. Auf dem Boden entsteht aus Ammoniak und Wasser das stark ätzende Salmiak. Es greift Zehen, Klauen, Fußballen und Hufe an.

  • Liegebereiche im Stall trocknen besser ab
  • Urin wird aufgesaugt, Ammoniakbildung damit gehemmt, Gerüche werden gemindert
  • Unterdrückt Fäulnis und reduziert Fliegendruck
  • Reduziert Pilz- und Schimmelsporen
  • Belastungen der Atemwege und Reizungen der Klauen oder Hufen werden deutlich reduziert

Empfehlung

Rund 10 % Pflanzenkohle der Einstreu untermischen. Sollte Pflanzenkohle bereits in der Fütterung zum Einsatz kommen, kann man den Anteil entsprechend reduzieren.

Wird Pflanzenkohle in den Erdboden eingebracht, lagert sie dort ähnlich wie Erdöl oder Braunkohle über mehrere Jahrtausende stabil. Der Anteil des Kohlenstoffs aus der Pflanze, der in der Pflanzenkohle gebunden wurde, wird somit dem Kohlenstoffzyklus entzogen, da er weder durch Verbrennung noch durch Verrottung zu CO2 oder Methan umgewandelt wird. Es bleibt ein Anteil von über 80 % des Kohlenstoffes für mehr als 1000 Jahre stabil. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, das ursprünglich von Pflanzen aufgenommenes CO2 langfristig der Atmosphäre zu entziehen und dadurch den Klimawandel abzubremsen.

Stinkende Gülle ist ein Zeichen dafür, dass der Fäulnis- und Abbauprozess aus der Kontrolle geraten ist. Dank des Einsatzes von Pflanzenkohle lässt sich dieser Stoffkreislauf jedoch wieder schließen und aus der Gülle entsteht ein hocheffizientes, nachhaltiges und geruchloses Düngemittel.

Während ein Teil der in der Gülle enthaltenen Mineralstoffe wie Ammonium, Nitrat, Harnstoff und Phosphat den Pflanzen als Nährstoffe zur Verfügung stehen, wird neben den klimaschädlichen Ausgasungen ein erheblicher Teil der Nährstoffe in Grund- und Oberflächengewässer ausgewaschen. Aufgrund der Ausgasung von Ammoniak und des Auswaschens von Nitraten kommt es durch die Düngung mit unbehandelter Gülle zudem zu Bodenversauerung, was die Fruchtbarkeit und biologische Aktivität des Bodens stark beeinträchtigt und den Abbau von Humus beschleunigt.

Pflanzenkohle bindet durch ihre hohe spezifische Oberfläche sehr effizient Ammonium und Ammoniak sowie andere geruchsintensive, oft toxische Stoffe. Durch die Pflanzenkohle kann der überwiegende Teil des Güllestickstoffs pflanzenverfügbar gespeichert werden. Die Auswaschung der Güllenährstoffe im Boden wird deutlich gebremst, was nicht nur das Grundwasser schützt, sondern insbesondere der Versauerung des Bodens vorbeugt. Die mit Pflanzenkohle behandelte Gülle fördert die Bodenaktivität und den Humusaufbau. Anstatt die Böden durch toxisch wirkende Gülle auszulaugen, werden die Böden langfristig aufgebaut. Insgesamt lässt sich durch den Einsatz der Pflanzenkohle die Düngewirkung der Gülle nahezu verdoppeln.

  • deutlich weniger Gestank
  • keine Sink- und Schwimmschichten
  • die Nitratbelastungen in Grundwasser und Boden wird deutlich reduziert
  • die Bodenversauerung geht zurück
  • Klimaschädliche Gase werden reduziert
  • schneller Humusaufbau und gute Bodenstruktur
  • Nährstoffe und Wasser werden optimal pflanzenverfügbar gespeichert
  • langfristig ca. 50 % Dünger einsparen aufgrund der geringen Verluste
  • verbessertes Pflanzenwachstum
  • die Pflanzenvielfalt wird gefördert
  • durch chemiefreie Düngung wird die Umwelt und das Ökosystem entlastet

Pflanzenkohle ist selbst kein Dünger, sondern ein Trägermaterial: Sie wird zusammen mit z. B. Dünger, Viehmist oder Kompost in den Boden eingebracht und speichert diese Stoffe. Dort bieten die Kohlepartikel Lebensraum für viele nützlichen Mikroorganismen, Pilze und Bakterien, von denen wiederum die angebauten Pflanzen profitieren. Die Pflanzenkohle stellt somit einen hervorragenden Nährstoff- und Wasserspeicher dar.
Vorteile für den Boden:

  • Höheres Wasserspeichervermögen des Bodens (bis zum 5-fachen des Eigengewichts)
  • Bodenbakterien gedeihen und verbessern das Nährstoffangebot für die Pflanzen
  • Mykorrhizen nehmen zu und verbessern die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen, schützen vor Schädlingen
  • Gifte und Schwermetalle werden absorbiert; die Qualität der Produkte und des Grundwassers steigt
  • Bessere Bodendurchlüftung und Verringerung des Methan- und Lachgasausstoßes
  • Nährstoffdynamik: Pflanzen wachsen besser, Nährstoffe bleiben länger im Boden gebunden
  • Pflanzen sind grundsätzlich widerstandsfähiger und ertragreicher
ProE Bioenergie Pflanzenkohle FAQ
© Hakan Yalcin/unsplash